Krypto-KOL erzählt: Unsere Ära ist vorbei
In der nächsten Zyklusrunde reicht bloßes Reden nicht aus, KOLs müssen tatsächlich handeln.
In der nächsten Zyklusrunde reicht bloßes Gerede nicht mehr aus, KOLs müssen wirklich etwas tun.
Verfasser: TM
Übersetzung: Luffy, Foresight News
Ich habe gegen die folgenden Personen, die ich gleich erwähnen werde, nichts Persönliches, auch wenn die meisten von ihnen mich nicht mögen, weil ich die Wahrheit ausspreche. Das ist in Ordnung, es geht hier nicht um persönliche Animositäten, sondern um die Wahrheit.
Bevor ich andere „anklage“, erzähle ich erst einmal, wie ich selbst zum KOL wurde.
Wie ich zum KOL wurde
Ich handele seit 2017 mit Kryptowährungen und bin seit 2020 in der Crypto-Twitter-Community aktiv.
Im letzten Bullenmarkt war die Situation noch einfach: Auf der einen Seite standen Stimmen mit echtem Sachverstand, auf der anderen Seite die „Traffic Player“, die nur auf Interaktionen aus waren. Damals hat das aber niemanden wirklich gestört, denn der Mainstream war das Spekulieren mit Altcoins. Einflussreiche Personen konnten nicht allein einen Coin pumpen, wirklich wichtig war es, Investmentlogik und Kernthesen zu teilen.
Für mich war es ein Traumjob, KOL zu werden – mit dem Reden über Technik, die ich liebe, Geld zu verdienen.
Doch nachdem der Bärenmarkt den Großteil meines Nettovermögens verschlungen hatte, wollte ich aktiv Geld verdienen, statt einfach nur „Positionen zu halten“ und auf das Glück zu hoffen.
Ab diesem Zeitpunkt änderte sich alles.

KOLs im Bullenmarkt 2021
Der Aufstieg der Meme-Coin-KOLs
Im Winter 2023 wurde der erste einflussreiche Meme-Coin im Solana-Ökosystem, WIF, schnell populär und erreichte eine Marktkapitalisierung von mehreren Milliarden Dollar. Sie versprachen ein großes Marketing-Event: das WIF-Logo auf die Kugel in Las Vegas zu projizieren – daraus wurde jedoch nichts. Die aus der Community gesammelten 3 Millionen Dollar sind bis heute eingefroren.
Trotzdem war es damals nicht einfach, einen Meme-Coin zu launchen. Das änderte sich im Sommer 2024 mit dem Aufkommen von Pump.fun (einer Meme-Coin-Launch-Plattform). Mitch war der erste, der dort den Token Xiwifhat emittierte.
Hier gibt es ein Muster: KOLs erkennen Trends immer etwas früher und werden dann zum Fokus. Aber frag dich selbst: Sind sie wirklich so vorausschauend, oder haben sie direkte Verbindungen zu Plattformen und Fonds?
Am Beispiel von Mitch: Er „erntet“ mit seiner öffentlichen Wallet seine Follower, weil die Leute tatsächlich seine Trades kopieren. Er wählt Coins sorgfältig aus, baut zuerst eine Position auf, wartet, bis die Follower nachkaufen und den Preis hochtreiben, und verkauft dann bei einer Verdopplung die Hälfte. Für ihn ist das ein risikoloses Geschäft.
Er ist kein Einzelfall, sondern macht es nur größer als andere.
Früher galt das Bewerben von Meme-Coins als reiner Scam. Doch über Nacht wurden diese „Scammer“ plötzlich beliebt.
Danach kam Murad auf die Bühne. Er war früher Banker und weiß genau, wie man sich selbst inszeniert: Er erstellt Slides, präsentiert scheinbar glaubwürdige Investment-Logik, analysiert die „Psychologie der Follower“ – alles wirkt professionell verpackt.
Er baute sogar seine eigene Copy-Trading-Plattform auf, veröffentlichte „ausgewählte Coin-Listen“ und kontrollierte im Hintergrund das Token-Angebot. Zufällig wurde einer seiner „empfohlenen“ Coins, SPX, eine Woche später an einer zentralisierten Börse gelistet. War das wirklich nur Zufall?

Damals wurde mir klar: In diesem Zyklus kann man nur als Meme-Coin-KOL Geld verdienen. Ich habe meine Prinzipien verkauft und dafür bezahlt.
Warum spreche ich nur über Meme-Coin-KOLs? Weil in den letzten zwei Jahren KOLs aus anderen Bereichen praktisch irrelevant geworden sind. Wer einen ganzen Zyklus verpasst hat, dessen Meinung zählt nicht mehr.
Der Aufstieg neuer Gesichter
Im Oktober 2024 begegnete ich plötzlich einigen neuen Gesichtern: Orangie, Rasmr, Mika. Sie gewannen extrem schnell Follower, völlig aus dem Nichts und im Gleichschritt – typische „Branchen-Pusher“.
Fairerweise muss man sagen: Threadguy gehört nicht zu dieser Gruppe. Er hat sich seine Reichweite durch lange Threads und offene Gespräche in X Spaces Schritt für Schritt aufgebaut.
Faze Banks stieg erneut ein und brachte den „LA Vape Circle“ mit – eine Gruppe von Scammern, die sich zusammenschließen, um gemeinsam zu „ernten“. Was danach geschah, muss ich nicht weiter ausführen.
Danach wurde Orangie im ganzen Netz zum Hype, zog viele junge Fans an, die Fortnite oder Friday Night Funkin‘ mögen – diese identifizieren sich leicht mit ihm.

Der Moment, bevor Adin Ross merkt, dass er betrogen wurde
Die Niemandsland-Phase der KOLs
In der heutigen Kryptoszene gibt es keine echten „Fokuspersonen“ mehr. Die Leute hören nicht mehr auf KOLs, ja, sie lehnen sie sogar ab.
Ich habe in mehreren Communities gefragt: „Wer ist euer Lieblings-KOL?“ Die Antwort war immer: „Keiner. Die sollen alle zur Hölle fahren.“
Es gibt nicht einmal mehr ein klares „Mainstream-Play“, es ist eher das „Endspiel“ der Meme-Coins – ohne echten Nutzen, nur noch das Token-Issuing selbst. Jedes Projekt kämpft um die Aufmerksamkeit derselben kleinen Gruppe von Tradern mit Kapital.
Die „Harvesting-Eigenschaft“ dieses Marktes ist auf dem Höhepunkt, die meisten Trader verlieren massiv. Die Mentalität „Im Casino wird nicht geweint“ zwingt die Leute, ihr letztes Geld in Coins mit „1 zu 1000 Chance auf einen Pump, 999 zu 1000 auf einen Rugpull“ zu stecken.
Es ist ein trauriger Markt. KOLs leben von diesem Umfeld und verschlimmern es noch, aber wir können ihnen nicht die ganze Schuld geben. Wir haben sie auf dieses Podest gehoben – oder besser gesagt, wir haben ihr Wachstum toleriert.

Sie „spielen Schach“, wir schauen zu
Wenn 99% der Leute in diesem Bereich nicht einmal eine eigene Meinung haben, ist das Wort „KOL“ an sich schon ein Witz. Sie sind wie Federn im Wind, getrieben von einer Traffic-Welle nach der anderen, völlig ohne eigene Haltung.
Wann hast du das letzte Mal einen wirklich ehrlichen Ratschlag gesehen – ohne versteckte Interessen, ohne Interaktions-Push?
Jeder KOL, der in diesem Artikel erwähnt wird, hat mich geblockt.
Warum? Weil ich unabhängig denke und die Wahrheit sage – das bedroht ihr „Spiel“.
Nach meiner Erfahrung blocken dich die Leute lieber, als sich der Wahrheit zu stellen. Nur wenn sie den eigenen Schaden nicht sehen, können sie ruhigen Gewissens weiter betrügen.
Doch Karma existiert wirklich, auch „On-Chain-Spiritualität“ (gemeint ist: On-Chain-Handlungen hinterlassen Spuren, Gutes und Schlechtes werden vergolten) ist keine leere Floskel. Was du säst, wirst du ernten.
Jetzt ist es ohnehin zu spät, weitere Worte sind überflüssig.
Die Zukunft der KOLs
In der Kryptoszene wiederholt sich nichts – weder Narrative, noch Betrugsmethoden, noch absurde Dramen. Die Geschichte ähnelt sich manchmal, aber sie wiederholt sich nie vollständig.
Wie wird die Zukunft aussehen? Ich denke, der Markt wird sich auf „Nützlichkeit“ verlagern. Im nächsten Zyklus reicht bloßes Gerede nicht mehr, KOLs müssen wirklich etwas tun, mindestens echtes Geld investieren. Nur so kehrt die Macht zu den echten Erbauern zurück – und nicht zu den „Schauspielern“.
Ich habe bereits bemerkt, dass die Einnahmen aus bezahlten Communities sinken. Die Leute werden wach, sie wollen nicht mehr abgezockt werden. In Zukunft wird es noch mehr Widerstand gegen KOLs geben.
Früher bekamen Entwickler, die abgehauen sind, Todesdrohungen. Ich sage nicht, dass diese Extreme gut sind, aber sie haben die Entwickler zumindest zum Nachdenken gebracht. Vielleicht kehren wir nicht zu solchen Extremen zurück, aber der Markt wird sich sicher zu einem „reputationsbasierten System“ entwickeln. Und das wird alles verändern.
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